Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkassen bei Botulinumtoxin Behandlungen

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Die Behandlungen mit dem Nervengift Botulinumtoxin können unter Umständen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Dazu zählen in der Regel jedoch keine ästhetischen Indikationen wie die Faltenunterspritzung. Handelt es sich dagegen um medizinische Indikationen kann die Behandlung in vielen Fällen über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet werden.

Wirkmechanismus

Bei Botulinumtoxin A handelt es sich um ein Neurotoxin, das von anaeroben Bakterien der Gattung Clostridium botulinum in sieben verschiedenen Serotypen von A bis G produziert wird. Hier kommt besonders der Subtyp A bei zahlreichen therapeutischen Zwecken zum Einsatz. 

Die Wirkung dieses Toxins erfolgt über die Hemmung der Erregungsübertragung von Nervenzellen auf andere Zellen, besonders auf Muskelzellen. Durch die Zerstörung von Proteinkomplexen wird die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin blockiert. Hierdurch wird die Kontraktion des Muskels schwächer oder fällt ganz aus, was eine Lähmung des Muskels zur Folge hat. Die Wirkdauer des Präparats beträgt in der Regel ca. 12 Wochen.

Indikationen

Zu den Indikationen, die in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, zählen die Folgenden.

Neurologische Erkrankungen:

  • Fokale Spastizität der Arme und Beine (nach Schlaganfall)
  • Blepharospasmus (Lidkrampf)
  • Spasmus hemifacialis (einseitige Verkrampfung der Gesichtsmuskulatur)
  • Zervikale Dystonie (Schiefhals)
  • Spitzfuß bei infantiler Zerebralparese
  • Spannungskopfschmerzen & chronische Migräne (mehr als 15 Tage pro Monat)

Blasenfunktionsstörungen:

  • Überaktive Blase
  • Harninkontinenz bei erfolgloser Behandlung mit Anticholinergika
  • Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie

Hautverbundene Erkrankungen:

  • Starke primäre Hyperhidrose axillaris

Gastrointestinale Erkrankungen:

  • Achalasie & Ösophagusspasmus
  • Morbus Hirschsprung
  • Analfissuren

Augenleiden:

  • Strabismus

Fazit

Wenn das Präparat für einen Zweck verwendet wird, der nicht in den Fachinformationen des Präparats aufgeführt ist, sollte vor der Behandlung unbedingt Rücksprache mit der Krankenkasse gehalten werden, da die Kostenerstattung oft individuell geprüft wird.

Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. J. Schantz, E. A. Johnson: Properties and use of botulinum toxin and other microbial neurotoxins in medicine. In: Microbiol Rev.1992;56, S. 80–99.
  2. Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Migräne: Bakteriengift hilft chronisch Kranken.Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Pressemitteilung September 2009
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung Neue Leistung ab 2018: Botoxbehandlung bei Blasenfunktionsstörung.
  4. Cornelia Neth: Was ist bei der Abgabe von Botox zu beachten? newsletter.deutsche-apotheker-zeitung 2021
  5. Botulinumtoxin-Therapie Universität Würzburg Prof. med. Dr. Jens Volkmann

Behandlungen der Glabellafalten - Höhere Botulinumtoxin A Dosierungen

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Botulinumtoxin A wird in der ästhetischen Medizin zur Faltenbehandlung genutzt. Hierbei handelt es sich um ein Neurotoxin, dessen Wirkmechanismus darauf beruht, dass die Erregungsübertragung von Nervenzellen auf andere Zellen, insbesondere auf Muskelzellen, gehemmt wird.

Wirkmechanismus des Botulinumtoxins

Durch die Zerstörung von Proteinkomplexen wird die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin abhängig vom Zielgewebe blockiert, wodurch die Kontraktion des Muskels schwächer wird oder ganz aus fällt, was eine Lähmung des Muskels zur Folge hat. Die Wirkdauer des Präparats hält in der Regel bis zu 12 Wochen an.

Dosierung des Präparates

Niedrigdosiertes Botulinumtoxin A eignet sich besonders für die Behandlung von dynamischen Gesichtsfalten im oberen Drittel des Gesichts und des Halses, die durch Aktivität der mimischen Muskulatur entstehen. Dabei werden zur Korrektur von Falten Dosierungen bis 100 Einheiten Botox und 230 Einheiten Dysport pro Sitzung angewendet.

Im Durchschnitt liegt die Dosierung von Botox bei 20 bis 40 Einheiten und von Dysport bei 100 Einheiten, sodass bei fachgerechter Durchführung in der Regel keine schweren Nebenwirkungen auftreten. Die Letaldosis von Botulinumtoxin A für einen 70kg schweren Menschen liegt bei 3000 Einheiten.

Evidenzbasierte Medizin

Im Rahmen einer Studie beschäftigten sich J. Kaufman-Janette et al. (2021) mit höheren Dosierungen von Botulinumtoxin A bei Injektionen in die Glabellafalten. Dabei wurden 5 Studien durchgeführt, die randomisiert und mit variierenden Populationsgrößen erfolgten.

Es wurden die Botulinumtoxin Präparate verwendet, die in den USA oder auch in Europa für die Behandlung der Glabellafalten zugelassen sind (Abotulinumtoxin A, Incobotulinumtoxin A, Onabotulinumtoxin A). Eine hohe Dosierung entsprach dabei einer Dosierung, die höher war als in den Fachinformationen des jeweiligen Präparats angegeben.

Höhere Dosierung des Botulinumtoxin A Präparats

Das Ergebnis der Studie verdeutlicht, dass eine Injektion mit einer höheren Dosierung des Botulinumtoxin A Präparats durchführbar ist und die Wirkdauer des Präparats erhöht, ohne die Sicherheitsrisken zu verstärken. Es konnte eine etwa 9-monatige Erhöhung der Wirkdauer bei einer 2-2,5-fachen Erhöhung der on-label Dosis von Abotulinumtoxin A oder einer 5-fachen Erhöhung der Incobotulinumtoxin A erzielt werden. Bei einer 2-4-fachen Erhöhung der on-label Dosis von Onabotulinumtoxin A konnte im Median eine Wirkdauer von ca. 6 Monaten erreicht werden.

Fazit

Das Ziel einer Behandlung mit einer erhöhten Botulinumtoxin A Dosierung ist, die Patientzufriedenheit zu gewährleisten und ein natürliches Aussehen zu erzielen. Auch wenn noch mehrere Daten erhoben werden müssen, können die Erkenntnisse dieser Studie zu einer effektiveren Behandlung und zu einem individuell zugeschnittenen Behandlungsplan beitragen, um die Patienterwartungen zu erfüllen.

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Kaufman-Janette et al.: Botulinum Toxin Type A for Glabellar Frown Lines: What Impact of Higher Doses on Outcomes? Toxins2021, 13(7), 494;
  2. Kerscher, Martina et al.: Botulinumtoxin A in der Faltenbehandlung: Übersicht und Abgrenzung zu alternativen Verfahren Dtsch Arztebl 2001; 98(26): A-1758 / B-1508 / C-1400
  3. J. Schantz, E. A. Johnson: Properties and use of botulinum toxin and other microbial neurotoxins in medicine. In: Microbiol Rev.1992;56, S. 80–99.

Retrograde versus Bolus Botulinumtoxin Injektionen im Gesicht

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Kürzlich veröffentlichte Studien demonstrieren eine bessere Wirksamkeit der retrograden Injektion von Botulinumtoxin A, da auf diese Weise die neuromuskulären Synapsen gezielter und besser erreicht werden.  

Retrograde Injektion

Bei einer retrograden Injektion wird das Präparat beim langsamen Zurückziehen der Nadel in die Haut injiziert, wohingegen Bolus Injektionen dazu dienen, eine definierte Menge des Präparats in einem kurzen Zeitraum zu spritzen.  

Wirkmechanismus Botulinumtoxin

Die neuromuskulären Synapsen, auch motorische Endplatten genannt, übertragen die Erregung von einer efferenten Nervenfaser auf die Muskelfaser eines Skelettmuskels, wobei Acetylcholin als Neurotransmitter dient. Sie dienen der Übertragung von Aktionspotenzialen und lösen letztendlich eine Muskelkontraktion aus.

Da das Botulinumtoxin die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin an der motorischen Endplatte blockiert, ist es das Ziel, die neuromuskulären Synapsen mit der Botulinumtoxin Injektion gezielter zu erreichen.  

Welche Rolle spielt die Anatomie?

Die neuromuskulären Synapsen sind je nach Muskel unterschiedlich angeordnet. So liegen diese beim Musculus depressor labii inferiors beispielsweise in Clustern vor und bei anderen Muskeln wie dem Musculus orbicularis oculi oder dem und Musculus corrugator supercilii in einem homogenen Verteilungsmuster.

Evidenzbasierte Medizin

Eine 2021 veröffentlichte Studie von Labbe et al., thematisiert den Unterschied der Wirksamkeit von Botulinumtoxin A in retrograden und Bolus Injektionen zur Behandlung von Glabella-, Stirn- & lateralen Augenfalten. Bei der retrograden Injektion des Botulinumtoxins A wurden die anatomischen Variationen der neuromuskulären Synapsen beachtet.

Dabei wurde das Präparat 10 Patienten mittleren Alters in die rechte Gesichtshälfte injiziert, wobei in linke Gesichtshälfte als Kontrollseite mit Bolus Injektionen unterspritzt wurde.  

Retrograde oder Bolus Injektion?

Das Ergebnis am 8. Tag nach der Injektion wies bei 9 von 10 Patienten ein signifikant besseres Ergebnis im Hinblick auf das Erscheinungsbild der Augenfalten (Musculus orbicularis oculi) und der Glabellafalten (Musculus corrugator supercilii) der rechten retrograd unterspritzen Gesichtshälfte auf. 

Die Stirnfalten dagegen zeigten keinen Unterschied des Erscheinungsbildes der Haut zwischen retrograder und Bolus Injektion unabhängig von der Gesichtshälfte.  

Fazit

Daraus lässt sich schlussfolgern, dass aufgrund der variierenden Gesichtsmuskulatur die Muskeln mit homogener Anordnung der neuromuskulären Synapsen besser auf retrograde Injektionen des Botulinumtoxins reagieren. So können in diesen Muskelgruppen optimale Ergebnisse erzielt und gleichzeitig die Injektionsstellen und damit die Schmerzen minimiert werden.

Zusätzlich können niedrigere Dosierungen verwendet und damit die Behandlungskosten gesenkt werden. Zuletzt wird die unerwünschte Verbreitung des Produkts in den benachbarten mimischen Muskeln verringert. 

Jedoch muss drauf hingewiesen werden, dass weitere Studien angebracht sind, um das Ergebnis dieser Studie zu stützen.

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Pub Med Ann Chir Plast Esthet. „Retrrograde vs spot botulinum toxin facial injection” D. Labbe et al. 2021 
  2. Terminologia Histologica: International Terms for Human Cytology and Histology von Federative International Committee on Anatomical Terminology 2008 

Botulinumtoxin zur Behandlung von Narben

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Die pathologische Narbenbildung, sprich hypertrophe Narben und Keloide, lassen sich laut neuesten Studien durch die Injektion des Botulinumtoxins A reduzieren. Der Effekt der Verbesserung des Erscheinungsbildes von Narben liegt hierbei der Theorie der Chemoimmobilisation zugrunde.

Wirkweise des Botulinumtoxins A

Die Muskulatur, die die Wunden umgibt, tendiert infolge von Mikrotraumen zu einer Hyperaktivität und dementsprechend zu einer verstärkten und verlängerten Entzündungsphase, wobei Zytokine und Wachstumsfaktoren ausgeschüttet werden.

Die Injektion von Botulinumtoxin A in die Wunden umgebende Muskulatur führt dazu, dass das Neurotoxin nun dosisabhängig diesen Muskel lähmt. Hierdurch wird das Wachstum der Fibroblasten und damit einhergehend die Narbenbildung eingedämmt.   

Evidenzbasierte Medizin

Um die genaue Dosierung des Botulinumtoxins A festzustellen, untersuchten Chen et al. (2021) im Rahmen einer randomisierten Studie mit 24 Teilnehmern unterschiedlichen Geschlechts im mittleren Alter, welchen Einfluss verschiedene Dosierungen auf chirurgische Narben haben.

Dazu wurde das Präparat in Narben nach Tumorexzisionen ohne Muskelbeteiligung intradermal injiziert. Hierbei wurden im Anschluss an die Operation in jede Hälfte des chirurgischen Wundverschlusses unterschiedliche Dosen injiziert. Zum einen eine niedrigere Dosis mit 4 Botox Einheiten je Injektionspunkt im Abstand von einem Zentimeter und zum anderen eine höhere Dosis mit 8 Botox Einheiten je Injektionspunkt.  

Dosierung des Präparats

Das Ergebnis dieser Studie wies bei der Narbenhälfte mit der höheren Botulinumtoxin Dosierung signifikant bessere mSBSES-Scores und VAS Scores auf als die andere Hälfte mit der niedrigeren Dosierung.

Somit lässt sich schlussfolgern, dass die unmittelbare Injektion von Botulinumtoxin A das Erscheinungsbild von chirurgischen Narben verbessern kann, wobei jedoch beachtet werden muss, dass aufgrund unterschiedlicher Gewebebeschaffenheiten und anderen individuellen Faktoren kein einheitliches Behandlungsschema verwendet werden sollte.  

Fazit

Einen größeren Nachteil der Botulinumtoxin A Injektionen in Narben stellen lediglich die hohen Kosten und die fehlenden Nachweise, ob das Präparat auch bei Keloiden wirksam ist, dar.  

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Ärzte Zeitung, Dermatologie „Mit Botulinumtoxin gegen Narben“, Marie Fahrenhold 09.01.2020, 12:35 Uhr 
  2. Scientific reports, “The effect of botulinum toxin injection dose on the appearance of surgical scar”, Z. Chen et all, 2021 

Dermatoskopie von Nävuszellnävi

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Mit Hilfe eines Dermatoskop, einem sogenannten Auflichtmikroskop, können Hautveränderungen vergrößert und genauer betrachtet werden. Dies erfolgt meist bei 10-facher Vergrößerung des Hautbefundes. In der Dermatoskopie können nicht nur Nävuszellnävi, sondern auch verschiedene andere Hautbefunde beurteilt und diagnostiziert werden. 

Was sind Nävuszellnävi?

Nävuszellnävi sind gutartige, melanozytäre Hauttumore. Die Anzahl an Muttermalen nimmt bis zum 3. Lebensjahrzehnt stetig zu, wobei genetische Prädispositionen und UV-Expositionen eine große Rolle spielen. Erworbene Nävi sind gut umschrieben, rund bis oval, mit regulärem Durchmesser von 2-5mm. Je nach Lage wird zwischen drei Typen unterschieden.

Der Junktionsnävus befindet sich epidermal und weist meist eine einfarbige mittel- bis dunkelbraune Färbung auf. Der Compund-Nävus befindet sich epidermodermal und ist heller pigmentiert als der junktionale Nävus. Und zu guter Letzt der dermale Nävus, der sich ausschließlich dermal befindet, meist erhaben ist und eine hellere Färbung als der Compund Nävus aufweist.

Diagnose der Nävuszellnävi

Für die Diagnose und Beurteilung von Hauttumor und Nävi kommt die Dermatoskopie zum Einsatz. Zu den Hauttumoren zählen benigne und maligne Neoplasien, die sich durch ein autonomes Wachstum auszeichnen. Nävi dagegen sind durch eine Fehlbildung mit abnormaler Gewebezusammensetzung gekennzeichnet und vergrößern sich entsprechend des Körperwachstums.

Die sichere Einschätzung der Hautveränderung ist entscheidend, um maligne Hauttumore rechtzeitig erkennen zu können. Am gefährlichsten ist das malige Melanom auch als schwarzer Hautkrebs bekannt, wohingegen Tumore die als weißer Hautkrebs bezeichnet werden, deutlich häufiger sind.

Beurteilung mittels Dermatoskop

Die Beurteilung eines Nävuszellnävus erfolgt bei der Inspektion mit einem Dermatoskop anhand der ABCDE Regel. Der Verdacht auf eine maligne Hautveränderung sollte aufkommen bei A= asymmetrischen Veränderungen, B= Begrenzung ist unregelmäßig, C= Colorit ist unregelmäßig, D= Durchmesser über 5mm und E= Elevation/ Erhabenheit über das Hautniveau.

Diese atypischen Veränderungen sind bei dysplastischen Nävi zu beobachten, die Marker für die Entwicklung eins malignen Melanoms darstellen. Diese Nävi haben typischerweise einen Durchmesser von 5-15mm, sind unscharf begrenzt und unterschiedlich pigmentiert. Ihre Lokalisation ist meist am Stamm.

Therapie

Patienten mit vielen Nävi sollten einer jährlichen Kontrolle unterzogen werden und bei Hinweisen auf atypische Veränderungen sollten diese Nävi immer exzidiert und histologisch untersucht werden.

Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Thieme Kurzlehrbuch Dermatologie, 2. Auflage, Wolfram Sterry, 2011

Ablauf der Varizensklerosierung

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Das Krampfaderleiden, auch als Varikose bezeichnet, ist sich durch pathologisch erweiterte oberflächliche Venen definiert, die auch Varizen genannt werden. Meist sind die unteren Extremitäten betroffen.

Anatomie der Beinvenen

Bei den Beinvenen wird zwischen den oberflächlichen (suprafazialen) und den tiefen (subfaszialen) Beinvenen unterschieden. Zu den oberflächlichen Stammvenen zählen die Vena saphena magna und Vena saphena parva. Tiefe Venen dagegen sind die Vena femoralis und die Vena poplitea. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass Perforansvenen das tiefe und das oberflächliche Venensystem verbinden, wobei diese die Faszien perforieren. Die oberflächlichen Stammvenen dagegen werden durch Seitenäste miteinander verbunden.

Funktion der Venen

Die Venen sind für den Transport von sauerstoffarmem Blut zum Herzen verantwortlich. Der Blutdruck der Venen ist deutlich niedriger als der in Arterien. Als natürliche Pumpe für den Blutfluss von Venen dient die Skelettmuskulatur, die das Blut gegen die Schwerkraft in Richtung des Herzens pumpen. Die Venenklappen fungieren, wie Rückschlagventile, sodass das Blut bei Entspannung der Muskulatur nicht wieder zurückfließt.

Wie entstehen Varizen?

Zur Varizenbildung kommt es aufgrund einer venösen Abflussstörung durch insuffiziente Venenklappen. Oberflächliche Varizen sind gut sichtbar, da sie sich meist im Unterhautfettgewebe entlang schlängeln. Varizen des tiefen Venensystems sind nur im Ultraschall oder der Phlebographie zu sehen.

Da der herzwärst gerichtete Blutfluss in Varizen nicht mehr möglich ist, nimmt der hydrostatische Druck, der auf den Gefäßen im unteren Teil des Körpers lastet, zu. Dieser erhöhte Druck im Venensystem im Vergleich zum umgebenden Gewebe (transmuraler Druck), führt dazu, dass Wasser durch die Venenwand sickert und sich im Gewebe ausbreitet, was ein Ödem verursacht.

Ursachen der Varizenbildung

Varizen entstehen meist primäre durch eine idiopathische Insuffizienz der Venenklappen aufgrund genetischer Prädispositionen. Bei sekundären Formen handelt es sich um erworbene Abflussbehinderungen der tiefen Venen, meist aufgrund von Beinvenenthrombosen.

Risikofaktoren

Risikofaktoren für ein Krampfaderleiden sind ein geschwächtes Bindegewebe was häufig bei Frauen vorkommt oder aber in der Schwangerschaft. Auch ein erhöhter venöser Druck ist ein Risikofaktor, welcher durch vermehrtes Sitzen oder durch Übergewicht gefördert wird.

Wie lassen sich Varizen behandeln?

Die bevorzugte Methode zur Behandlung von retikulären Varizen und Besenreiservarizen, den sogenannten C1 Varizen, ist die Sklerosierungstherapie. Aber auch insuffiziente Stammvenen, Seitenastvarizen, Perforansvarizen oder Rezidivvarizen können mithilfe der Sklerosierungstherapie behandelt werden.

Ablauf der Varizensklerosierung

Dabei wird in die Varize ein Sklerosierungsmittel injiziert, wobei in Deutschland Aethoxysklerol®155 mit dem Wirkstoff Polidocanol (Lauromacrogol 400) zugelassen ist. Das flüssige Sklerosierungsmittel verursacht eine gezielte chemische Ablation der Varize, wodurch eine künstliche Entzündung der Gefäßinnenwand hervorgerufen wird, die letztendlich zum Verschluss der Vene führt.

Nach der Behandlung

Daraufhin erflogt eine Umwandlung der Varize in einen Bindegewebsstrang, der keinen Blutfluss mehr ermöglicht. Unmittelbar nach der Behandlung wird ein fester Kompressionsverband oder Kompressionstrumpf für 24 Stunden angelegt. Diese sollten auch nach der Behandlung für die nächsten drei Wochen bis zu 8 Stunden am Tag getragen werden.

Komplikationen

Mögliche Komplikationen einer Varizensklerosierung sind Allergien gegen das Sklerosierungsmittel, Gewebsnekrosen, Venenthrombosen sowie Hyperpigmentierungen durch intravasale Blutgerinnung. Eine gefährliche Komplikation bei der Therapie ist die versehentliche Injektion des Sklerosierungsmittels in eine Arterie. Hier ist schnelles Handeln erfordert, welches aus einer Antikoagulationstherpie besteht.

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN: 978-3-981-46602-7 .
  2. Siewert: Chirurgie. 8. Auflage Springer 2006, ISBN: 978-3-540-30450-0 .
  3. S3-Leitlinie Ulcus cruris venosum. Stand: 1. August 2008. Abgerufen am: 16. August 2016.
  4. S1-Leitlinie Sklerosierungsbehandlung der Varikose. Stand: 31. Mai 2012. Abgerufen am: 7. November 2017.
  5. G. Heyn: Krampfadern: Sklerotherapie als Option. In: PTA-Forum. Ausgabe 10/2012.

Dürfen Zahnärzte Botulinumtoxin injizieren?

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Die Injektion von Botulinumtoxin ist eine effektive Methode gegen das Zähneknirschen, welches auch als Bruxismus bezeichnet wird. Das Medikament kann außerhalb der bekannten Zulassungen unter dem sogenannten Off-Label-Use zur Faltenbehandlung genutzt werden.

Wirkungsmechanismus des Botulinumtoxins

Bei Botulinumtoxin handelt es sich um ein Neurotoxin, einen nervenaktiven Stoff, der in den Nerven vorrübergehend die Übertragung von Neurotransmittern blockiert. Hierzu kommt es aufgrund einer starken Anbindung von Botulinumtoxin an die Nervenendungen, wodurch diese blockiert werden und sich keine Impulse mehr auf die Muskelfasern übertragen lassen. Dies hat zur Folge, dass der Muskel sich nicht mehr bewegen kann und erschlafft.

Therapien mit Botulinumtoxin

Die Behandlung mit Botulinumtoxin kann bei verschiedenen Krankheitsbildern und ästhetischen Eingriffen zum Einsatz kommen. Dazu zählen Augenzittern, Schielen, Migräne, Schluckkrämpfe Muskel- bzw. Gefäßkrämpfe und eine übermäßige Schweißsekretion.

Die sympathetischen Nerven regulieren das Ausmaß der Schweißabsonderung, wobei Acetylcholin die Impulse an die Schweißdrüsen überträgt. Hier wirkt das Botulinumtoxin, um das vermehrte Schwitzen zu unterbinden. Dies hat zur Folge, dass die Übertragung der Nervenimpulse zu den Schweißdrüsen für etwa 3-6 Monate blockiert wird.

Darf ein Zahnarzt Botulinum injizieren?

Ob die Behandlung mit Botulinumtoxin von einem Zahnarzt durchgeführt werden darf, hängt davon ab, ob es sich bei dem Eingriff um die Ausübung der Heilkunde handelt. Sollte dies der Fall sein, so muss geklärt werden, ob diese Heilbehandlung in den Bereich der Zahnheilkunde fällt.

Zahnheilkundegesetz

Die Tätigkeit der Zahnheilkunde ist durch § 1 Abs. 3 Zahnheilkundegesetz (ZHG) definiert. Demnach ist die Ausübung durch die Feststellung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten festgelegt. Wenn Falten in weiter entfernten Regionen unterspritz werden sollen, wie an den Augen oder im Stirnbereich, so fallen diese Körperregionen nicht mehr in den Bereich der Zahnheilkunde und dürfen somit nicht vom Zahnarzt behandelt werden.

Botulinumtoxin in der Heilkunde

Der Begriff der Heilkunde ist durch das Heilpraktikergesetzt definiert und dient der Feststellung, Heilung oder Linderung von Schmerzen. Da die rein ästhetische Unterspritzung von Falten in erster Linie nicht diesen Leitsätzen entspricht, wurde hier der Begriff weiter ausgedehnt und umfasst zusätzlich Behandlungen die ärztlichen Fachkenntnisse vorrausetzten und gesundheitliche Schäden verursachen können. Die Behandlung mit Botulinumtoxin setzt anatomische Kenntnisse voraus und ist dementsprechend eine Heilbehandlung.

Nebenwirkungen

Die Behandlung mit Botulinumtoxin kann Nebenwirkungen mit sich führe, wie kleine Blutergüsse oder Funktionsstörungen von Nerven. Auch Allergien oder Überempfindlichkeiten, beispielsweise gegen das Medikament oder das Betäubungsmittel können auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Artikel in DZW „Zahnarzt-verliert-Approbation-nach-Botoxbehandlungen” Tim Oehler
  2. Sommer, B., G. Sattler: Botulinumtoxin in der ästhetischen Medizin 2006 Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart
  3. S1-Leitlinien Definition und Therapie der primären Hyperhidrose der Deutschen
  4. Artikel Lex medicorum „Dürfen Zahnärzte Botox spritzen“ von 2011

Behandlung der Hyperhidrose mit Botulinum

Hyperhidrose Behandlung mit Botox

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Bei einer Hyperhidrose handelt es sich um eine pathologisch erhöhte Schweißproduktion, die generalisiert oder lokal auftreten kann. Von der örtlichen Hyperhidrose sind häufig die Handinnenflächen, Fußsohlen, Achselhöhlen oder aber der Kopf, insbesondere der Stirnbereich, betroffen.

Formen der Hyperhidrose

Man unterscheidet zwischen der primären, sprich angeborenen Hyperhidrose und der sekundären Form, welche die Folge einer Krankheit ist. Die primäre Form manifestiert sich typischerweise bereits im Kindes- oder Jugendalter. Die Hyperhidrose äußert sich in der Regel fokal in einem oder mehreren Arealen mit beidseitigem, symmetrischem Bild und tritt mindestens einmal pro Woche auf.

Ursachen des übermäßigen Schwitzens

Bei der sekundären Form dagegen kann es sich um Folgen von hormonellen Ursachen, Hyperthyreosen, einem Hypopituitarismus, Arzneimitteln, einer Hypoglykämie, chronischen Infekten, Malignomen, Übergewicht oder psychischen Problemen handeln.

Schweregrad der Hyperhidrose Erkrankung

Die Hyperhidrose kann zur Orientierung in drei Schweregrade an Hand- und Fußflächen sowie den Achseln eingeteilt werden. Eine leichte Hyperhidrose äußert sich dabei durch Schweißflecke von 5-10cm Durchmesser, eine mäßig starke Hyperhidrose manifestiert sich durch Schweißflecke von 10-20cm Durchmesser und bei der stärksten Form haben die Schweißflecke einen Durchmesser von mehr als 20cm.

Diagnostik

Im Rahmen der Diagnostik stehen mehrere Testmethoden zur Verfügung. Der bekanntesten Tests ist der Jod-Stärke-Test auch als Minor Test bekannt. Hierbei werden farbliche Abgrenzungen der betroffenen Körperstellen mithilfe einer speziellen Jod-Lösung generiert. Das schwitzende Hautareal wird zunächst sorgfältig getrocknet und anschließend mit Jod eingepinselt. Nach der Trocknung des Areals wird dieses mit Stärkepulver bestäubt. An Stellen mit übermäßiger Schweißabsonderung erscheint eine blauschwarze Färbung.

Wirkmechanismus des Botulinums

Die sympathetischen Nerven regulieren das Ausmaß der Schweißabsonderung wobei Acetylcholin, ein Botenstoff des Nervensystems, die Impulse an die Schweißdrüsen überträgt. Hier wirkt das Botulinumtoxin, um das vermehrte Schwitzen zu unterbinden. Botulinumtoxin ist ein Neurotoxin, das in den Nerven vorrübergehend die Übertragung von Botenstoffen blockiert.

Hierzu kommt es, indem die starke Anbindung von Botulinumtoxin an die Nervenendungen, diese blockieren und so die Weiterleitung von Impulsen auf die Muskelfasern verhindern. Dies hat zur Folge, dass die Übertragung der Nervenimpulse zu den Schweißdrüsen für etwa 3-6 Monate blockiert wird. Die Schweißbildung wird dadurch fast vollständig unterdrückt.

Ablauf der Therapie von Hyperhidrose

Das Botulinumtoxin wird mit einer sehr feinen Nadel in den betroffenen Bereich injiziert. Dabei werden mehrere Stellen des zu behandelnden Areals punktiert. Durch das Einbringen des Botulinumtoxins, kann es zu einem leichten Spannungs- und Einstichschmerz kommen. Der Stich selbst ist anschließend kaum noch sichtbar.

Das Auftreten kleinerer Blutungen oder Rötungen um die Einstichstelle ist, wie bei jeder anderen örtlichen Injektion, möglich. In manchen Fällen kommt es zu kleinen blauen Flecken. Das Ergebnis ist nach etwa 3-7 Tagen zu beobachten und hält für bis zu 6 Monaten an. 

Zugelassene Präparate

Das einzig zugelassene Präparat in Deutschland für die Behandlung der Achseln ist Botox®. Die Behandlung der Hände, Füße und weitere Lokalisationen erfolgen im sogenannten Off Lable Use. Das bedeutet, dass zugelassene Medikamente für eine nicht zugelassene Indikation verwendet werden. Die Verwendung sollte daher nur erfolgen, wenn diese begründet und medizinisch notwendig ist.

Nebenwirkungen

Die Behandlung mit Botulinumtoxin kann Nebenwirkungen mit sich ziehen, wie kleine Blutergüsse oder Zunahme der Schweißbildung in anderen Arealen. Des Weiteren können meist vorrübergehende, aber auch dauerhafte Funktionsstörungen von Nerven wie Missempfindungen und Gefühlsstörungen auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Sommer, B., G. Sattler: Botulinumtoxin in der ästhetischen Medizin 2006 Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart
  2. S1-Leitlinien Definition und Therapie der primären Hyperhidrose der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft Stand 2012

Was ist Hyaluronsäure?

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Hyaluronsäure ist ein Molekül auf Zuckerbasis, das in unserem Körper weit verbreitet ist. Es ist wichtig für die Bindung von Wasser, das Zellwachstum sowie die Funktion von Membranrezeptoren und Adhäsion. Sie ist eine genetisch sehr konservierte Substanz.

Was ist Hyaluronsäure?

In der Haut ist Hyaluronsäure vorwiegend in der tiefen Schicht, der sogenannten Dermis, lokalisiert, wo die Zellen nicht so dicht gepackt sind. In dieser Schicht finden wir auch Kollagen- und Elastinfasern, die der Haut ihre Elastizität verleihen. Als Teil des Alterungsprozesses kommt es zu einer physiologischen Abnahme des Hyaluronsäuregehalts.  Dieser Prozess kann z.B. durch chronische Sonneneinstrahlung beschleunigt werden.

Wirkmechanismen und evidenzbasierte Medizin

Hyaluronsäure ist auch in der Lage, die Zellmotilität zu erhöhen, indem sie verschiedene Zellrezeptoren aktiviert, um die Zellmigration während der Wundheilung zu fördern. Diese Eigenschaft macht sie besonders geeignet als feuchtigkeitsspendende Substanz in gealterter Haut, sei es aufgrund einer genetischen Veranlagung oder aufgrund äußerer Faktoren (1-4).

Die positiven Effekte topisch applizierter Hyaluronsäure auf den dermalen Bindegewebsstoffwechsel und die antioxidative Kapazität der Hyaluronsäure haben die Popularität dieser Substanz wachsen lassen, was zu ihrer verstärkten Verwendung im Bereich der Kosmetik geführt hat.

Hautelastizität durch Hyaluronsäure

Neuere Studien zur täglichen Anwendung von Hyaluronsäure-Cremes über einen Zeitraum von drei Monaten zeigten, dass die Tiefe der perioralen und periorbitalen Falten in allen getesteten Gruppen signifikant um ca. 10-20% abnahm, während die Hautstraffheit in allen Gruppen signifikant um ca. 13-30% zunahm.

Die Faltentiefe wurde mit einem computergestützten Oberflächenmessverfahren gemessen, das auf optischen 3D-Messmethoden basiert. Die Hautfestigkeit und -elastizität wurde mit einem Cutometer gemessen, einem Instrument, das physikalische Eigenschaften der Haut, wie z. B. die Elastizität, misst (5).

Wie soll Hyaluronsäure angewendet werden - Serum oder Creme?

Wie bereits erwähnt, ist es wichtig, dass Hyaluronsäure die Hautbarriere durchdringt, um in die Dermis zu gelangen. Deshalb muss sie in einer fragmentierten Form formuliert werden. Nach der Fraktionierung ermöglicht das niedrige Molekulargewicht eine leichtere Penetration in die Haut. Sobald es die Tiefe erreicht hat, in der sich die Kollagen- und Elastinfasern befinden, kann es Wasser binden, die Hautelastizität verbessern und Hautfalten abmildern.

Serum

Wie bereits erwähnt, ist es wichtig, dass Hyaluronsäure die Hautbarriere durchdringt, um in die Dermis zu gelangen. Deshalb muss sie in einer fragmentierten Form formuliert werden. Nach der Fraktionierung ermöglicht das niedrige Molekulargewicht eine leichtere Penetration in die Haut. Sobald es die Tiefe erreicht hat, in der sich die Kollagen- und Elastinfasern befinden, kann es Wasser binden, die Hautelastizität verbessern und Hautfalten abmildern.

Gesichtscreme

Für eine stärker feuchtigkeitsspendende Wirkung, wie z. B. bei zu Trockenheit neigender Haut, kann eine Gesichtscreme aufgetragen werden. Gesichtscremes sind auch "Feuchtigkeitsspender", weil sie zwei Gruppen von Wirkstoffen enthalten, die die Hydratation der obersten Hautschicht erhöhen. Diese okklusiven und feuchtigkeitsspendenden Substanzen bilden eine Verdunstungsbarriere, indem sie der Haut helfen, Wasser zu binden. Darüber hinaus enthalten Gesichtscremes kosmetische Präparate, die Emollients genannt werden und raue Hautoberflächen glätten.

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Kerscher M, Bayrhammer J, Reuther T. RejuvenatingInfluenceof a StabilizedHyaluro- nicAcid-Based Gel ofNonanimal Origin on Facial Skin Aging. DermatolSurg. 2008; 34:1–7
  2. Trommer H, Neubert RH. Screening fornewantioxidativecompoundsfortopical ad- ministrationusingskinlipidmodelsystems. J PharmPharmSci. 2005; 8(3):494–506
  3. Weindl G, Schaller M, Schäfer-Korting M, Korting HC.Hyaluronicacid in thetreatmentandpreventionofskindiseases: mo- lecularbiological, pharmaceuticalandclinicalaspects. Skin PharmacolPhysiol. 2004; 17(5):207–213
  4. Wiest L, Kerscher M. Native hyaluronicacid in dermatology – resultsof an expert meeting. J DtschDermatol Ges.2008; 6(3):176–180
  5. Poetschke J, Schwaiger H, Steckmeier S, Ruzicka T, Gauglitz GG. Anti-wrinklecreamswithhyaluronicacid: howeffectivearethey? MMW Fortschr Med. 2016 May 25;158 Suppl 4:1-6.
  6. Schlesinger T, Rowland Powell C. EfficacyandSafetyof a Low MolecularWeightHyaluronicAcidTopical Gel in the Treatment of Facial Seborrheic Dermatitis Final Report. J ClinAesthetDermatol. 2014 May; 7(5): 15–18.

Eigenschaften der Rosskastanie auf die Haut

Rosskastanie

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Die Rosskastanie, auch Aesculus hippocastanum genannt, ist eine Pflanze. Ihre Samen, Rinde, Blüten und Blätter haben medizinische Eigenschaften. Rosskastaniensamen können so verarbeitet werden, dass die aktiven Chemikalien extrahiert und konzentriert werden.

Inhaltsstoffe der Rosskastanie

Das Ergebnis ist Aescin, ein Extrakt, der eine starke Anti-Aging-Verbindung ist und durch seine antioxidativen Eigenschaften starke zellschützende Effekte hat (1).

Darüber hinaus ist sie auch reich an einer Reihe von Flavonoiden. Das Wort Flavonoid (oder Bioflavonoid) kommt von dem lateinischen Wort flavus, was gelb bedeutet, ihre natürliche Farbe. Es ist eine Klasse von sekundären Pflanzen- und Pilzmetaboliten. Flavonoide sind starke Antioxidantien mit entzündungshemmenden und immunsystemfördernden Eigenschaften.

Historisch gesehen wurden sie in der chinesischen und ayurvedischen Medizin verwendet, da sie mit dem Schutz der Haut, des Gehirns und der Vorbeugung von Diabetes in Verbindung gebracht wurden. Darüber hinaus sind Flavonoide auch für ihre positiven Effekte hinsichtlich der Blutdruckregulierung bekannt.

Evidenzbasierte Medizin

Eine Studie, die in einer renommierten Zeitschrift wie Lancet veröffentlicht wurde, berichtete über die schützende Wirkung der Rosskastanie auf die Blutgefäße. Konkret zeigte diese Studie bei Patienten mit chronisch venöser Insuffizienz, dass die Rosskastanie, oral eingenommen, die Mikrozirkulation anregt und die Blutgefäße stärkt (2).

Wirksamkeit des Rosskastienextrakts

Die Wirksamkeit des Rosskastanienextrakts beruht auf der Verringerung von Ödemen (d.h. Schwellungen aufgrund von Wassereinlagerungen im Gewebe außerhalb der Blutgefäße).  Dies wurde in mehreren klinischen Studien bei Patienten mit chronisch venöser Insuffizienz berichtet (3,4). 

Ein möglicher Mechanismus, der von einigen Autoren vorgeschlagen wird, ist, dass Rosskastaniensamenextrakt eine hemmende Wirkung auf die kapillare Proteinpermeabilität hat, was bedeutet, dass wichtige Proteine nicht aus den Gefäßen verloren gehen und somit die Entwicklung von Ödemen vermieden wird (5).

Spurenelemente

Außerdem enthalten die Blätter der Rosskastanienpflanze neben anderen Spurenelementen auch Zink. Dieses chemische Element ist eine ernährungsphysiologisch grundlegende Verbindung, die die Immunantwort moduliert und antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften hat. Es verzögert auch oxidative Prozesse, die für die Alterung verantwortlich sind (6, 7). Dies führt zu dem Schluss, dass die Rosskastanie positive Auswirkungen auf unseren Organismus haben kann.

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Tsutsumi S, Ishizuka S. Anti-inflammatory effects of the extract of Aesculus hippocastanum L. (horse chestnut) seed. Shikwa Gakuho. 1967 Nov;67(11):1324-8.

  2. Diehm C, Trampisch HJ, Lange S, Schmidt C. Comparison of leg compression stocking and oral horse-chestnut seed extract therapy in patients with chronic venous insufficiency. Lancet. 1996 Feb 3;347(8997):292-4.

  3. Rudofsky G, Neiss A, Otto K, Seibel K. Ödemprotektive Wirkung und klinische Wirksamkeit von Venostasin retard im Doppelblindversuch. Phlebol Proktol 1986; 15: 47-54.
  4. Steiner M,Hillemanns HG..Untersuchung zur ödemprotektiven Wirkung eines Venetherapeutikums. MünchMedWochenschr 1986;31: 551-52.

  5. Kreysel HW, Nissen HP, Enghofer E. A possible role of lysosomal enzymes in the pathogenesis of varicosis and the reduction in their serum activity by Venostasin. Vasa 1983; 12: 377-82.

  6. Kim ND, Fergusson JE. Seasonal variations in the concentrations of cadmium, copper, lead and zinc in leaves of the horse chestnut (Aesculus hippocastanum L.). Environ Pollut. 1994;86(1):89-97.

  7. Jarosz M, Olbert M, Wyszogrodzka G, Młyniec K, Librowski T. Antioxidant and anti-inflammatory effects of zinc. Zinc-dependent NF-κB signaling. Inflammopharmacolog. 2017 Feb;25(1):11-24.