Die richtige Pflege für Männerhaut

Blog

Die männliche Haut unterscheidet sich deutlich von der weiblichen Haut und benötigt daher eine speziell abgestimmte Pflege. Worin unterscheidet sich die männliche von der weiblichen Haut? Die größten Unterschiede liegen in der Dicke der Haut sowie in der Größe und Aktivität der Talgdrüsen im Gesicht.

Besonderheiten männlicher Haut

Hormone

Die Wirkung der männlichen Hormone beeinflusst auch die Zusammensetzung der Hautoberfläche und regt die Talgproduktion an (1).  Talg, der hauptsächlich aus Triglyceriden und Fettsäuren besteht, bildet einen Schutzfilm auf der Hautoberfläche, der einen übermäßigen Wasserverlust aus den oberen Zellschichten verhindert. Infolgedessen bleibt die Haut geschmeidig und trocknet nicht aus.

Verzicht auf fetthaltige Pflegeprodukte

Die erhöhte Talgmenge schafft jedoch eine Umgebung, die die Vermehrung höherer Konzentrationen von Bakterien begünstigt. Darüber hinaus können die Poren verstopfen und sich in Folge dessen entzünden. Daraus kann man schließen, dass Männerhautpflege keine fetthaltigen, auch als komedogen bezeichneten Produkte, enthalten sollte.

Feuchtigkeitsgehalt der Haut

Männliche Haut enthält mehr Kollagen und hat daher eine höhere Viskoelastizität und Spannung. Außerdem sind die Kollagenfasern senkrecht angeordnet, während die Fasern bei Frauen parallel zueinander angeordnet sind.

Die Universität Hamburg konnte in einer Studie nachweisen, dass Frauen bis zum 50. Lebensjahr im Vergleich zu Männern mehr Feuchtigkeit über die Haut verlieren (2). Die männliche Haut altert demnach etwas langsamer. Trotzdem sollten auch Männer eine regelmäßige Hautpflege betreiben.

Die Pflege nach der Rasur

Ein wichtiger Punkt im Zusammenhang mit der männlichen Hautpflege ist die Praxis der Rasur. Die Bartzone eines Mannes kann zwischen 5.000 und 30.000 einzelne Haare enthalten.

Die Rasur kann die Haut reizen und Mikroverletzungen verursachen, die sich entzünden können. Ist die Hornschicht besonders dick, können die Haare einwachsen. Die routinemäßige Anwendung eines Peelings kann helfen, dies zu verhindern.

Einfluss des Alters

Das Alter ist ein weiterer wichtiger Faktor in der Physiologie der Haut beider Geschlechter. Eine Studie aus dem Jahr 2014 zeigte, dass sich sowohl der pH-Wert der Haut als auch der Feuchtigkeitsgehalt des Stratum corneum, der obersten Zellschicht, mit dem Alter verändert. Die Produktion von Talg durch die Talgdrüsen bleibt jedoch konstant (3).

Fazit

Egal ob jung oder alt, Mann oder Frau, öliger Hauttyp oder nicht - wir alle brauchen eine auf unsere individuellen Bedürfnisse abgestimmte Hautpflege.

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Zouboulis CC. The human skin as a hormone target and an endocrine gland. Hormones. 2004;3:9–26.

2. Luebberding S, Krueger N, Kerscher M.: Skin physiology in men and women: in vivo evaluation of 300 people including TEWL, SC hydration, sebum content and skin surface pH. Int J Socmet Sci 2013 Oct;35

3. Luebberding S, Krueger N, Kerscher M. Age-related changes in male skin: quantitative evaluation of one hundred and fifty male subjects. Skin Pharmacol Physiol. 2014;27(1):9-17

Was beinhaltet die richtige Lippenpflege?

Blog

Die Lippen sind ein zentrales Merkmal des Gesichts und benötigen aufgrund ihrer einzigartigen Hautstruktur eine spezielle Pflege. Welche ist die beste Pflege für Lippen?

Besonderheiten der Hautstruktur der Lippen

Wie unterscheidet sich die Haut der Lippen von der Haut, die den Rest unseres Körpers bedeckt?

Anatomie

Wir unterscheiden automatisch zwischen einer Ober- und Unterlippe. Der dunklere, pigmentierte Teil ist der rote Aspekt der Lippe, auch bekannt als Zinnober. Die umgebende Haut ist der weiße Teil der Lippe.

Aufgrund des Fehlens einer schützenden keratinisierten Schicht ist die Haut der Lippen besonders empfindlich. Sie besteht aus einem minimal verhornten Plattenepithel, das nahtlos in die Schleimhaut der Mundhöhle übergeht.

Fehlender Feuchtigkeitsgehalt

Da es weder Haarfollikel noch Schweiß- oder Talgdrüsen gibt, sind die Lippen nicht in der Lage, einen schützenden Hydrolipidfilm zu produzieren. Dadurch trocknet die Haut der Lippen schnell aus und ist empfindlicher gegenüber Temperaturschwankungen. Vor allem Temperaturextreme, wie die Kälte des Winters oder die Hitze des Sommers, strapazieren die Lippen.

Schutz vor UV-Strahlung

Außerdem besitzen die Lippen nur sehr wenige Melanozyten. Melanozyten sind Zellen, die sich in der Haut befinden und Melanin produzieren, eine Substanz, die der Haut ihre Farbe verleiht und sie vor UV-Strahlen schützt. Infolgedessen sind die Lippen auch bei winterlichen Aktivitäten wie Skifahren anfälliger für Sonnenbrand.

Warum ist die Pflege der Lippen wichtig?

Da den Lippen der intrinsische Schutz fehlt, den die Haut in anderen Bereichen des Körpers bietet, sollte die richtige Lippenpflege versuchen, den fehlenden Hydrolipidfilm zu ersetzen. Unsere Lippen sind ständig in Aktion, sei es beim Sprechen, Essen oder bei der Mimik.

Und obwohl die Zunge die Lippen von Zeit zu Zeit auf natürliche Weise befeuchtet, trocknet der Speichel schnell aus und verschafft trockenen Lippen dadurch nur vorübergehend Linderung.

Vermeidung von Entzündungen

Im Extremfall können trockene Lippen zu einer tiefgreifenden Entzündung sowohl der roten als auch der weißen Lippenpartie führen. Hierbei handelt es sich um einen Zustand, der in der Dermatologie als "Cheilitis sicca" bekannt ist.

Dieser Zustand ist durch trockene, schmerzhafte Lippen mit Rötung, Schuppung und Rissbildung der Haut gekennzeichnet. Zustände wie atopische Dermatitis, Schilddrüsenerkrankungen, Fieberbläschen oder Ernährungsmängel wie Zinkmangel können ebenfalls trockene Lippen verursachen.

Wie sieht eine optimale Pflege der Lippen aus?

In erster Linie benötigen die Lippen eine besondere Pflege, was bedeutet, dass normale Gesichtscremes nicht auf die Lippen aufgetragen werden sollten. Da Produkte, die auf die Lippen aufgetragen werden, leicht in die Mundhöhle gelangen und systematisch aufgenommen werden können, sollten Lippenpflegeprodukte aus natürlichen Inhaltsstoffen bestehen.

Beispiele hierfür sind natürliche Öle und fettlösliche Vitamine. Besonders im Sommer, wenn die UV-Strahlung am höchsten ist, sollten Lippenpflegeprodukte einen Lichtschutzfaktor (LSF) enthalten.

Fetthaltige Naturprodukte

Eine gute Lippenpflege enthält viele Fette. Geeignete Stoffe sind Naturprodukte wie Sheabutter (1). Ein weiteres hervorragendes Naturprodukt ist Kakaobutter, auch sie enthält viele wertvolle Fette, die die körpereigenen nachahmen und so die Lippen glatt und geschmeidig halten (2).

Kokosnussöl

Mehrere Studien zeigen, dass die topische Anwendung von nativem Kokosnussöl eine entzündungshemmende Wirkung hat, indem es die verschiedenen Ebenen von Zytokinen (kleine Proteine, die bei der Zellsignalisierung wichtig sind) einschließlich TNF-α, IFNγ, IL-6, IL-5 und IL-8 hemmt und so die Barrierefunktion der Haut verbessert sowie vor ultravioletter B-Strahlung schützt (3).

Table of Contents

Literaturverzeichnis

  1. Thioune O, Khouma B, Diarra M, Diop AB, Lô I. The excipient properties of shea butter compared with vaseline and lanolin. J Pharm Belg. 2003;58(3):81-4.
  2. Lin TK, Zhong L, Santiago JL. Anti-Inflammatory and Skin Barrier Repair Effects of Topical Application of Some Plant Oils. Int J Mol Sci. 2018 Jan; 19(1): 70.
  3. Sandeep R. Varma, Thiyagarajan O. Sivaprakasam, Ilavarasu Arumugam, N. Dilip, M. Raghuraman, K.B. Pavan, Mohammed Rafiq, Rangesh Paramesh. In vitro anti-inflammatory and skin protective properties of Virgin coconut oil. J Tradit Complement Med. 2019 Jan; 9(1): 5–14.

Hydratation - die Grundlage für gesunde Haut

Blog

Hauthydratation, auch als Hautfeuchtigkeit bezeichnet, ist ein weit verbreiteter Begriff. Doch was genau verbirgt sich dahinter und warum ist sie ein so wichtiger Bestandteil für das Wohlbefinden der Haut?

Feuchtigkeitsgehalt der Haut

Eine wesentliche Funktion der Haut ist die Verhinderung von übermäßigem Wasserverlust durch eine epidermale Barriere. Der Feuchtigkeitsgehalt der Haut beeinflusst nicht nur die mikroskopischen Parameter wie die Proteinaktivität und die interzelluläre Signalübertragung, sondern auch makroskopische, also sichtbare Aspekte wie die Elastizität und Geschmeidigkeit der Haut (1).

Wirkung der Hydratation

Chemisch gesehen bezeichnet Hydratation die Anordnung von Wassermolekülen zur Bildung einer schützenden Hydratationshülle durch die Ausbildung von Wasserstoffbrücken. Diese Hülle bietet Schutz vor Faktoren wie Umweltstressoren und Schadstoffen u. a., die die Haut schädigen könnten.

Feuchtigkeit kann die Haut verlassen, indem sie durch Schwitzen von der Hautoberfläche verdunstet, aber dieser Prozess ist begrenzt. Die Haut verfügt über eine Vielzahl von Regulationsmechanismen, um die obere Schicht, das so genannte Stratum corneum, ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Die richtige Hautpflege

Darüber hinaus kann eine gute Hautpflege den Wasserverlust deutlich reduzieren und damit den Feuchtigkeitsgehalt der Haut erhöhen. Die Haut-Lipid-Barriere spielt eine wichtige Rolle bei der Hydratation. Interzelluläre Lipide (Lipide, die sich zwischen den Zellen befinden) speichern Feuchtigkeit, indem sie ihre wasserabweisenden Eigenschaften nutzen, um die Menge an Wasser, die durch Verdunstung verloren geht, zu reduzieren.

Welche Hautpflegeprodukte fördern die Hydratation?

Mandelöl

Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die in der Lage sind, die Feuchtigkeit der Haut zu verbessern, indem sie die Haut-Lipid-Barriere gezielt stärken. Ein Beispiel ist Mandelöl, ein Produkt, das in der alten chinesischen, ayurvedischen und griechischen Medizin verwendet wird (2).

In einer randomisierten Doppelblindstudie führte die Anwendung von Milchsäure und raffiniertem Mandelöl, sowohl mit als auch ohne Polidocanol (einem juckreizstillenden Wirkstoff), zu einer signifikanten Reduktion des Juckreizes und einer Erhöhung des Lipidgehalts der Haut (3).

Aloe-Vera-Extrakte

Eine weitere Klasse von Inhaltsstoffen, die nachweislich die Hautfeuchtigkeit und -elastizität verbessern, sind Aloe-Vera-Extrakte. Eine bestimmte Studie zeigte, dass eine Feuchtigkeitscreme mit Aloe-Vera-Extrakten sowie Weizenkeimöl und anderen pflanzlichen Inhaltsstoffen eine messbare feuchtigkeitsspendende Wirkung zeigte, wenn die Teilnehmer die Creme drei Wochen lang zweimal täglich auftrugen (4).

Wie erreicht man eine gute Langzeitwirkung?

Es gibt verschiedene topische Präparate mit unterschiedlichen Wirkstoffen. Für eine langanhaltende Hydratation sollten Sie die folgenden wichtigen Punkte beachten:

  1. Regelmäßige Anwendung des Produkts
  2. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (2-3 Liter pro Tag)
  3. Schützen Sie die Haut vor dem Austrocknen (z. B. durch Vermeiden von Klimaanlagen, übermäßigem Waschen und Sonneneinstrahlung).

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Duplan H, Nocera T, Skin hydration and hydrating products. Ann Dermatol Venereol. 2018 May;145(5):376-384.
  2. Ahmad Z., The uses and properties of almond oil. Complement Ther Clin Pract. 2010 Feb;16(1):10-2.
  3. Simon D, Nobbe S, Nägeli M, Barysch M, Kunz M, Borelli S, Hasan-Ali O4, Wildi E, Gasser UE. Short- and long-term effects of two emollients on itching and skin restoration in xerotic eczema. Dermatol Ther. 2018 Nov;31(6):e12692.
  4. Saraf S, Sahu S, Kaur CD, Saraf S. Comparative measurement of hydration effects of herbal moisturizers. Pharmacognosy Res. 2010 May;2(3):146-51.

Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkassen bei Botulinumtoxin Behandlungen

Blog

Die Behandlungen mit dem Nervengift Botulinumtoxin können unter Umständen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Dazu zählen in der Regel jedoch keine ästhetischen Indikationen wie die Faltenunterspritzung. Handelt es sich dagegen um medizinische Indikationen kann die Behandlung in vielen Fällen über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet werden.

Wirkmechanismus

Bei Botulinumtoxin A handelt es sich um ein Neurotoxin, das von anaeroben Bakterien der Gattung Clostridium botulinum in sieben verschiedenen Serotypen von A bis G produziert wird. Hier kommt besonders der Subtyp A bei zahlreichen therapeutischen Zwecken zum Einsatz. 

Die Wirkung dieses Toxins erfolgt über die Hemmung der Erregungsübertragung von Nervenzellen auf andere Zellen, besonders auf Muskelzellen. Durch die Zerstörung von Proteinkomplexen wird die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin blockiert. Hierdurch wird die Kontraktion des Muskels schwächer oder fällt ganz aus, was eine Lähmung des Muskels zur Folge hat. Die Wirkdauer des Präparats beträgt in der Regel ca. 12 Wochen.

Indikationen

Zu den Indikationen, die in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, zählen die Folgenden.

Neurologische Erkrankungen:

  • Fokale Spastizität der Arme und Beine (nach Schlaganfall)
  • Blepharospasmus (Lidkrampf)
  • Spasmus hemifacialis (einseitige Verkrampfung der Gesichtsmuskulatur)
  • Zervikale Dystonie (Schiefhals)
  • Spitzfuß bei infantiler Zerebralparese
  • Spannungskopfschmerzen & chronische Migräne (mehr als 15 Tage pro Monat)

Blasenfunktionsstörungen:

  • Überaktive Blase
  • Harninkontinenz bei erfolgloser Behandlung mit Anticholinergika
  • Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie

Hautverbundene Erkrankungen:

  • Starke primäre Hyperhidrose axillaris

Gastrointestinale Erkrankungen:

  • Achalasie & Ösophagusspasmus
  • Morbus Hirschsprung
  • Analfissuren

Augenleiden:

  • Strabismus

Fazit

Wenn das Präparat für einen Zweck verwendet wird, der nicht in den Fachinformationen des Präparats aufgeführt ist, sollte vor der Behandlung unbedingt Rücksprache mit der Krankenkasse gehalten werden, da die Kostenerstattung oft individuell geprüft wird.

Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. J. Schantz, E. A. Johnson: Properties and use of botulinum toxin and other microbial neurotoxins in medicine. In: Microbiol Rev.1992;56, S. 80–99.
  2. Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Migräne: Bakteriengift hilft chronisch Kranken.Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Pressemitteilung September 2009
  3. Kassenärztliche Bundesvereinigung Neue Leistung ab 2018: Botoxbehandlung bei Blasenfunktionsstörung.
  4. Cornelia Neth: Was ist bei der Abgabe von Botox zu beachten? newsletter.deutsche-apotheker-zeitung 2021
  5. Botulinumtoxin-Therapie Universität Würzburg Prof. med. Dr. Jens Volkmann

Behandlungen der Glabellafalten - Höhere Botulinumtoxin A Dosierungen

Blog

Botulinumtoxin A wird in der ästhetischen Medizin zur Faltenbehandlung genutzt. Hierbei handelt es sich um ein Neurotoxin, dessen Wirkmechanismus darauf beruht, dass die Erregungsübertragung von Nervenzellen auf andere Zellen, insbesondere auf Muskelzellen, gehemmt wird.

Wirkmechanismus des Botulinumtoxins

Durch die Zerstörung von Proteinkomplexen wird die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin abhängig vom Zielgewebe blockiert, wodurch die Kontraktion des Muskels schwächer wird oder ganz aus fällt, was eine Lähmung des Muskels zur Folge hat. Die Wirkdauer des Präparats hält in der Regel bis zu 12 Wochen an.

Dosierung des Präparates

Niedrigdosiertes Botulinumtoxin A eignet sich besonders für die Behandlung von dynamischen Gesichtsfalten im oberen Drittel des Gesichts und des Halses, die durch Aktivität der mimischen Muskulatur entstehen. Dabei werden zur Korrektur von Falten Dosierungen bis 100 Einheiten Botox und 230 Einheiten Dysport pro Sitzung angewendet.

Im Durchschnitt liegt die Dosierung von Botox bei 20 bis 40 Einheiten und von Dysport bei 100 Einheiten, sodass bei fachgerechter Durchführung in der Regel keine schweren Nebenwirkungen auftreten. Die Letaldosis von Botulinumtoxin A für einen 70kg schweren Menschen liegt bei 3000 Einheiten.

Evidenzbasierte Medizin

Im Rahmen einer Studie beschäftigten sich J. Kaufman-Janette et al. (2021) mit höheren Dosierungen von Botulinumtoxin A bei Injektionen in die Glabellafalten. Dabei wurden 5 Studien durchgeführt, die randomisiert und mit variierenden Populationsgrößen erfolgten.

Es wurden die Botulinumtoxin Präparate verwendet, die in den USA oder auch in Europa für die Behandlung der Glabellafalten zugelassen sind (Abotulinumtoxin A, Incobotulinumtoxin A, Onabotulinumtoxin A). Eine hohe Dosierung entsprach dabei einer Dosierung, die höher war als in den Fachinformationen des jeweiligen Präparats angegeben.

Höhere Dosierung des Botulinumtoxin A Präparats

Das Ergebnis der Studie verdeutlicht, dass eine Injektion mit einer höheren Dosierung des Botulinumtoxin A Präparats durchführbar ist und die Wirkdauer des Präparats erhöht, ohne die Sicherheitsrisken zu verstärken. Es konnte eine etwa 9-monatige Erhöhung der Wirkdauer bei einer 2-2,5-fachen Erhöhung der on-label Dosis von Abotulinumtoxin A oder einer 5-fachen Erhöhung der Incobotulinumtoxin A erzielt werden. Bei einer 2-4-fachen Erhöhung der on-label Dosis von Onabotulinumtoxin A konnte im Median eine Wirkdauer von ca. 6 Monaten erreicht werden.

Fazit

Das Ziel einer Behandlung mit einer erhöhten Botulinumtoxin A Dosierung ist, die Patientzufriedenheit zu gewährleisten und ein natürliches Aussehen zu erzielen. Auch wenn noch mehrere Daten erhoben werden müssen, können die Erkenntnisse dieser Studie zu einer effektiveren Behandlung und zu einem individuell zugeschnittenen Behandlungsplan beitragen, um die Patienterwartungen zu erfüllen.

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Kaufman-Janette et al.: Botulinum Toxin Type A for Glabellar Frown Lines: What Impact of Higher Doses on Outcomes? Toxins2021, 13(7), 494;
  2. Kerscher, Martina et al.: Botulinumtoxin A in der Faltenbehandlung: Übersicht und Abgrenzung zu alternativen Verfahren Dtsch Arztebl 2001; 98(26): A-1758 / B-1508 / C-1400
  3. J. Schantz, E. A. Johnson: Properties and use of botulinum toxin and other microbial neurotoxins in medicine. In: Microbiol Rev.1992;56, S. 80–99.

Retrograde versus Bolus Botulinumtoxin Injektionen im Gesicht

Blog

Kürzlich veröffentlichte Studien demonstrieren eine bessere Wirksamkeit der retrograden Injektion von Botulinumtoxin A, da auf diese Weise die neuromuskulären Synapsen gezielter und besser erreicht werden.  

Retrograde Injektion

Bei einer retrograden Injektion wird das Präparat beim langsamen Zurückziehen der Nadel in die Haut injiziert, wohingegen Bolus Injektionen dazu dienen, eine definierte Menge des Präparats in einem kurzen Zeitraum zu spritzen.  

Wirkmechanismus Botulinumtoxin

Die neuromuskulären Synapsen, auch motorische Endplatten genannt, übertragen die Erregung von einer efferenten Nervenfaser auf die Muskelfaser eines Skelettmuskels, wobei Acetylcholin als Neurotransmitter dient. Sie dienen der Übertragung von Aktionspotenzialen und lösen letztendlich eine Muskelkontraktion aus.

Da das Botulinumtoxin die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin an der motorischen Endplatte blockiert, ist es das Ziel, die neuromuskulären Synapsen mit der Botulinumtoxin Injektion gezielter zu erreichen.  

Welche Rolle spielt die Anatomie?

Die neuromuskulären Synapsen sind je nach Muskel unterschiedlich angeordnet. So liegen diese beim Musculus depressor labii inferiors beispielsweise in Clustern vor und bei anderen Muskeln wie dem Musculus orbicularis oculi oder dem und Musculus corrugator supercilii in einem homogenen Verteilungsmuster.

Evidenzbasierte Medizin

Eine 2021 veröffentlichte Studie von Labbe et al., thematisiert den Unterschied der Wirksamkeit von Botulinumtoxin A in retrograden und Bolus Injektionen zur Behandlung von Glabella-, Stirn- & lateralen Augenfalten. Bei der retrograden Injektion des Botulinumtoxins A wurden die anatomischen Variationen der neuromuskulären Synapsen beachtet.

Dabei wurde das Präparat 10 Patienten mittleren Alters in die rechte Gesichtshälfte injiziert, wobei in linke Gesichtshälfte als Kontrollseite mit Bolus Injektionen unterspritzt wurde.  

Retrograde oder Bolus Injektion?

Das Ergebnis am 8. Tag nach der Injektion wies bei 9 von 10 Patienten ein signifikant besseres Ergebnis im Hinblick auf das Erscheinungsbild der Augenfalten (Musculus orbicularis oculi) und der Glabellafalten (Musculus corrugator supercilii) der rechten retrograd unterspritzen Gesichtshälfte auf. 

Die Stirnfalten dagegen zeigten keinen Unterschied des Erscheinungsbildes der Haut zwischen retrograder und Bolus Injektion unabhängig von der Gesichtshälfte.  

Fazit

Daraus lässt sich schlussfolgern, dass aufgrund der variierenden Gesichtsmuskulatur die Muskeln mit homogener Anordnung der neuromuskulären Synapsen besser auf retrograde Injektionen des Botulinumtoxins reagieren. So können in diesen Muskelgruppen optimale Ergebnisse erzielt und gleichzeitig die Injektionsstellen und damit die Schmerzen minimiert werden.

Zusätzlich können niedrigere Dosierungen verwendet und damit die Behandlungskosten gesenkt werden. Zuletzt wird die unerwünschte Verbreitung des Produkts in den benachbarten mimischen Muskeln verringert. 

Jedoch muss drauf hingewiesen werden, dass weitere Studien angebracht sind, um das Ergebnis dieser Studie zu stützen.

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Pub Med Ann Chir Plast Esthet. „Retrrograde vs spot botulinum toxin facial injection” D. Labbe et al. 2021 
  2. Terminologia Histologica: International Terms for Human Cytology and Histology von Federative International Committee on Anatomical Terminology 2008 

Botulinumtoxin zur Behandlung von Narben

Blog

Die pathologische Narbenbildung, sprich hypertrophe Narben und Keloide, lassen sich laut neuesten Studien durch die Injektion des Botulinumtoxins A reduzieren. Der Effekt der Verbesserung des Erscheinungsbildes von Narben liegt hierbei der Theorie der Chemoimmobilisation zugrunde.

Wirkweise des Botulinumtoxins A

Die Muskulatur, die die Wunden umgibt, tendiert infolge von Mikrotraumen zu einer Hyperaktivität und dementsprechend zu einer verstärkten und verlängerten Entzündungsphase, wobei Zytokine und Wachstumsfaktoren ausgeschüttet werden.

Die Injektion von Botulinumtoxin A in die Wunden umgebende Muskulatur führt dazu, dass das Neurotoxin nun dosisabhängig diesen Muskel lähmt. Hierdurch wird das Wachstum der Fibroblasten und damit einhergehend die Narbenbildung eingedämmt.   

Evidenzbasierte Medizin

Um die genaue Dosierung des Botulinumtoxins A festzustellen, untersuchten Chen et al. (2021) im Rahmen einer randomisierten Studie mit 24 Teilnehmern unterschiedlichen Geschlechts im mittleren Alter, welchen Einfluss verschiedene Dosierungen auf chirurgische Narben haben.

Dazu wurde das Präparat in Narben nach Tumorexzisionen ohne Muskelbeteiligung intradermal injiziert. Hierbei wurden im Anschluss an die Operation in jede Hälfte des chirurgischen Wundverschlusses unterschiedliche Dosen injiziert. Zum einen eine niedrigere Dosis mit 4 Botox Einheiten je Injektionspunkt im Abstand von einem Zentimeter und zum anderen eine höhere Dosis mit 8 Botox Einheiten je Injektionspunkt.  

Dosierung des Präparats

Das Ergebnis dieser Studie wies bei der Narbenhälfte mit der höheren Botulinumtoxin Dosierung signifikant bessere mSBSES-Scores und VAS Scores auf als die andere Hälfte mit der niedrigeren Dosierung.

Somit lässt sich schlussfolgern, dass die unmittelbare Injektion von Botulinumtoxin A das Erscheinungsbild von chirurgischen Narben verbessern kann, wobei jedoch beachtet werden muss, dass aufgrund unterschiedlicher Gewebebeschaffenheiten und anderen individuellen Faktoren kein einheitliches Behandlungsschema verwendet werden sollte.  

Fazit

Einen größeren Nachteil der Botulinumtoxin A Injektionen in Narben stellen lediglich die hohen Kosten und die fehlenden Nachweise, ob das Präparat auch bei Keloiden wirksam ist, dar.  

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Ärzte Zeitung, Dermatologie „Mit Botulinumtoxin gegen Narben“, Marie Fahrenhold 09.01.2020, 12:35 Uhr 
  2. Scientific reports, “The effect of botulinum toxin injection dose on the appearance of surgical scar”, Z. Chen et all, 2021 

Dermatoskopie von Nävuszellnävi

Blog

Mit Hilfe eines Dermatoskop, einem sogenannten Auflichtmikroskop, können Hautveränderungen vergrößert und genauer betrachtet werden. Dies erfolgt meist bei 10-facher Vergrößerung des Hautbefundes. In der Dermatoskopie können nicht nur Nävuszellnävi, sondern auch verschiedene andere Hautbefunde beurteilt und diagnostiziert werden. 

Was sind Nävuszellnävi?

Nävuszellnävi sind gutartige, melanozytäre Hauttumore. Die Anzahl an Muttermalen nimmt bis zum 3. Lebensjahrzehnt stetig zu, wobei genetische Prädispositionen und UV-Expositionen eine große Rolle spielen. Erworbene Nävi sind gut umschrieben, rund bis oval, mit regulärem Durchmesser von 2-5mm. Je nach Lage wird zwischen drei Typen unterschieden.

Der Junktionsnävus befindet sich epidermal und weist meist eine einfarbige mittel- bis dunkelbraune Färbung auf. Der Compund-Nävus befindet sich epidermodermal und ist heller pigmentiert als der junktionale Nävus. Und zu guter Letzt der dermale Nävus, der sich ausschließlich dermal befindet, meist erhaben ist und eine hellere Färbung als der Compund Nävus aufweist.

Diagnose der Nävuszellnävi

Für die Diagnose und Beurteilung von Hauttumor und Nävi kommt die Dermatoskopie zum Einsatz. Zu den Hauttumoren zählen benigne und maligne Neoplasien, die sich durch ein autonomes Wachstum auszeichnen. Nävi dagegen sind durch eine Fehlbildung mit abnormaler Gewebezusammensetzung gekennzeichnet und vergrößern sich entsprechend des Körperwachstums.

Die sichere Einschätzung der Hautveränderung ist entscheidend, um maligne Hauttumore rechtzeitig erkennen zu können. Am gefährlichsten ist das malige Melanom auch als schwarzer Hautkrebs bekannt, wohingegen Tumore die als weißer Hautkrebs bezeichnet werden, deutlich häufiger sind.

Beurteilung mittels Dermatoskop

Die Beurteilung eines Nävuszellnävus erfolgt bei der Inspektion mit einem Dermatoskop anhand der ABCDE Regel. Der Verdacht auf eine maligne Hautveränderung sollte aufkommen bei A= asymmetrischen Veränderungen, B= Begrenzung ist unregelmäßig, C= Colorit ist unregelmäßig, D= Durchmesser über 5mm und E= Elevation/ Erhabenheit über das Hautniveau.

Diese atypischen Veränderungen sind bei dysplastischen Nävi zu beobachten, die Marker für die Entwicklung eins malignen Melanoms darstellen. Diese Nävi haben typischerweise einen Durchmesser von 5-15mm, sind unscharf begrenzt und unterschiedlich pigmentiert. Ihre Lokalisation ist meist am Stamm.

Therapie

Patienten mit vielen Nävi sollten einer jährlichen Kontrolle unterzogen werden und bei Hinweisen auf atypische Veränderungen sollten diese Nävi immer exzidiert und histologisch untersucht werden.

Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Thieme Kurzlehrbuch Dermatologie, 2. Auflage, Wolfram Sterry, 2011

Ablauf der Varizensklerosierung

Blog

Das Krampfaderleiden, auch als Varikose bezeichnet, ist sich durch pathologisch erweiterte oberflächliche Venen definiert, die auch Varizen genannt werden. Meist sind die unteren Extremitäten betroffen.

Anatomie der Beinvenen

Bei den Beinvenen wird zwischen den oberflächlichen (suprafazialen) und den tiefen (subfaszialen) Beinvenen unterschieden. Zu den oberflächlichen Stammvenen zählen die Vena saphena magna und Vena saphena parva. Tiefe Venen dagegen sind die Vena femoralis und die Vena poplitea. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass Perforansvenen das tiefe und das oberflächliche Venensystem verbinden, wobei diese die Faszien perforieren. Die oberflächlichen Stammvenen dagegen werden durch Seitenäste miteinander verbunden.

Funktion der Venen

Die Venen sind für den Transport von sauerstoffarmem Blut zum Herzen verantwortlich. Der Blutdruck der Venen ist deutlich niedriger als der in Arterien. Als natürliche Pumpe für den Blutfluss von Venen dient die Skelettmuskulatur, die das Blut gegen die Schwerkraft in Richtung des Herzens pumpen. Die Venenklappen fungieren, wie Rückschlagventile, sodass das Blut bei Entspannung der Muskulatur nicht wieder zurückfließt.

Wie entstehen Varizen?

Zur Varizenbildung kommt es aufgrund einer venösen Abflussstörung durch insuffiziente Venenklappen. Oberflächliche Varizen sind gut sichtbar, da sie sich meist im Unterhautfettgewebe entlang schlängeln. Varizen des tiefen Venensystems sind nur im Ultraschall oder der Phlebographie zu sehen.

Da der herzwärst gerichtete Blutfluss in Varizen nicht mehr möglich ist, nimmt der hydrostatische Druck, der auf den Gefäßen im unteren Teil des Körpers lastet, zu. Dieser erhöhte Druck im Venensystem im Vergleich zum umgebenden Gewebe (transmuraler Druck), führt dazu, dass Wasser durch die Venenwand sickert und sich im Gewebe ausbreitet, was ein Ödem verursacht.

Ursachen der Varizenbildung

Varizen entstehen meist primäre durch eine idiopathische Insuffizienz der Venenklappen aufgrund genetischer Prädispositionen. Bei sekundären Formen handelt es sich um erworbene Abflussbehinderungen der tiefen Venen, meist aufgrund von Beinvenenthrombosen.

Risikofaktoren

Risikofaktoren für ein Krampfaderleiden sind ein geschwächtes Bindegewebe was häufig bei Frauen vorkommt oder aber in der Schwangerschaft. Auch ein erhöhter venöser Druck ist ein Risikofaktor, welcher durch vermehrtes Sitzen oder durch Übergewicht gefördert wird.

Wie lassen sich Varizen behandeln?

Die bevorzugte Methode zur Behandlung von retikulären Varizen und Besenreiservarizen, den sogenannten C1 Varizen, ist die Sklerosierungstherapie. Aber auch insuffiziente Stammvenen, Seitenastvarizen, Perforansvarizen oder Rezidivvarizen können mithilfe der Sklerosierungstherapie behandelt werden.

Ablauf der Varizensklerosierung

Dabei wird in die Varize ein Sklerosierungsmittel injiziert, wobei in Deutschland Aethoxysklerol®155 mit dem Wirkstoff Polidocanol (Lauromacrogol 400) zugelassen ist. Das flüssige Sklerosierungsmittel verursacht eine gezielte chemische Ablation der Varize, wodurch eine künstliche Entzündung der Gefäßinnenwand hervorgerufen wird, die letztendlich zum Verschluss der Vene führt.

Nach der Behandlung

Daraufhin erflogt eine Umwandlung der Varize in einen Bindegewebsstrang, der keinen Blutfluss mehr ermöglicht. Unmittelbar nach der Behandlung wird ein fester Kompressionsverband oder Kompressionstrumpf für 24 Stunden angelegt. Diese sollten auch nach der Behandlung für die nächsten drei Wochen bis zu 8 Stunden am Tag getragen werden.

Komplikationen

Mögliche Komplikationen einer Varizensklerosierung sind Allergien gegen das Sklerosierungsmittel, Gewebsnekrosen, Venenthrombosen sowie Hyperpigmentierungen durch intravasale Blutgerinnung. Eine gefährliche Komplikation bei der Therapie ist die versehentliche Injektion des Sklerosierungsmittels in eine Arterie. Hier ist schnelles Handeln erfordert, welches aus einer Antikoagulationstherpie besteht.

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN: 978-3-981-46602-7 .
  2. Siewert: Chirurgie. 8. Auflage Springer 2006, ISBN: 978-3-540-30450-0 .
  3. S3-Leitlinie Ulcus cruris venosum. Stand: 1. August 2008. Abgerufen am: 16. August 2016.
  4. S1-Leitlinie Sklerosierungsbehandlung der Varikose. Stand: 31. Mai 2012. Abgerufen am: 7. November 2017.
  5. G. Heyn: Krampfadern: Sklerotherapie als Option. In: PTA-Forum. Ausgabe 10/2012.

Dürfen Zahnärzte Botulinumtoxin injizieren?

Blog

Die Injektion von Botulinumtoxin ist eine effektive Methode gegen das Zähneknirschen, welches auch als Bruxismus bezeichnet wird. Das Medikament kann außerhalb der bekannten Zulassungen unter dem sogenannten Off-Label-Use zur Faltenbehandlung genutzt werden.

Wirkungsmechanismus des Botulinumtoxins

Bei Botulinumtoxin handelt es sich um ein Neurotoxin, einen nervenaktiven Stoff, der in den Nerven vorrübergehend die Übertragung von Neurotransmittern blockiert. Hierzu kommt es aufgrund einer starken Anbindung von Botulinumtoxin an die Nervenendungen, wodurch diese blockiert werden und sich keine Impulse mehr auf die Muskelfasern übertragen lassen. Dies hat zur Folge, dass der Muskel sich nicht mehr bewegen kann und erschlafft.

Therapien mit Botulinumtoxin

Die Behandlung mit Botulinumtoxin kann bei verschiedenen Krankheitsbildern und ästhetischen Eingriffen zum Einsatz kommen. Dazu zählen Augenzittern, Schielen, Migräne, Schluckkrämpfe Muskel- bzw. Gefäßkrämpfe und eine übermäßige Schweißsekretion.

Die sympathetischen Nerven regulieren das Ausmaß der Schweißabsonderung, wobei Acetylcholin die Impulse an die Schweißdrüsen überträgt. Hier wirkt das Botulinumtoxin, um das vermehrte Schwitzen zu unterbinden. Dies hat zur Folge, dass die Übertragung der Nervenimpulse zu den Schweißdrüsen für etwa 3-6 Monate blockiert wird.

Darf ein Zahnarzt Botulinum injizieren?

Ob die Behandlung mit Botulinumtoxin von einem Zahnarzt durchgeführt werden darf, hängt davon ab, ob es sich bei dem Eingriff um die Ausübung der Heilkunde handelt. Sollte dies der Fall sein, so muss geklärt werden, ob diese Heilbehandlung in den Bereich der Zahnheilkunde fällt.

Zahnheilkundegesetz

Die Tätigkeit der Zahnheilkunde ist durch § 1 Abs. 3 Zahnheilkundegesetz (ZHG) definiert. Demnach ist die Ausübung durch die Feststellung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten festgelegt. Wenn Falten in weiter entfernten Regionen unterspritz werden sollen, wie an den Augen oder im Stirnbereich, so fallen diese Körperregionen nicht mehr in den Bereich der Zahnheilkunde und dürfen somit nicht vom Zahnarzt behandelt werden.

Botulinumtoxin in der Heilkunde

Der Begriff der Heilkunde ist durch das Heilpraktikergesetzt definiert und dient der Feststellung, Heilung oder Linderung von Schmerzen. Da die rein ästhetische Unterspritzung von Falten in erster Linie nicht diesen Leitsätzen entspricht, wurde hier der Begriff weiter ausgedehnt und umfasst zusätzlich Behandlungen die ärztlichen Fachkenntnisse vorrausetzten und gesundheitliche Schäden verursachen können. Die Behandlung mit Botulinumtoxin setzt anatomische Kenntnisse voraus und ist dementsprechend eine Heilbehandlung.

Nebenwirkungen

Die Behandlung mit Botulinumtoxin kann Nebenwirkungen mit sich führe, wie kleine Blutergüsse oder Funktionsstörungen von Nerven. Auch Allergien oder Überempfindlichkeiten, beispielsweise gegen das Medikament oder das Betäubungsmittel können auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Artikel in DZW „Zahnarzt-verliert-Approbation-nach-Botoxbehandlungen” Tim Oehler
  2. Sommer, B., G. Sattler: Botulinumtoxin in der ästhetischen Medizin 2006 Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart
  3. S1-Leitlinien Definition und Therapie der primären Hyperhidrose der Deutschen
  4. Artikel Lex medicorum „Dürfen Zahnärzte Botox spritzen“ von 2011