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Portulak – Das neue “Power-Food”?

Portulak ist auch als Petersilie, Verdolaga oder Rotwurzel bekannt und ist eine jährliche Sukkulente in der Familie der Portulacaceae. Portulak ist in den gemäßigten Zonen weit verbreitet: im Mittelmeerraum, in Amerika und Asien. Aus kulinarischer Sicht kann Petersilie als Gemüse oder Gewürz verwendet werden.

Welche Inhaltsstoffe sind in Portulak enthalten?

Chemische Elemente

Portulak enthält chemische Elemente wie Kalium, Magnesium und Kalzium und stellt eine Quelle für Omega-3-Fettsäure, Alpha-Linolensäure und Gamma-Linolensäure dar. Alpha-Linolensäure ist ein essentieller Nährstoff und spielt eine wichtige Rolle bei entzündlichen Prozessen.

Polysaccharide und Glutathion

Des Weiteren enthält Portulak Polysaccharide und Glutathion. Letzteres ist in der Lage, Schäden an wichtigen Zellbestandteilen zu verhindern, die u.a. durch freie Sauerstoffradikale verursacht werden.

Vitamine

Außerdem ist ein sehr hoher Anteil an Beta-Carotin (Vorstufe von Vitamin A), Alpha-Tocopherol (Vitamin E), Ascorbinsäure (Vitamin C) und Vitamine des B-Komplexes wie Niacin, Pyridoxin und Riboflavin enthalten (1).

Evidenzbasierte Medizin - Eigenschaften von Portulak

Schützend bei arterieller Hypertonie und Diabetes

Eine 2016 durchgeführte Studie an Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes zeigte, dass Portulak den Blutdruck signifikant senkte. Außerdem zeigte sich bei den Patienten mit Diabetes ein signifikanter Rückgang des HbA1c-Wertes, ein Parameter, der zur Messung der langfristigen Kontrolle von Diabetes verwendet wird, aufgrund der Einnahme von Portulak-Extrakt (2).

Antibakterielle, antivirale und antifungale Wirkung

Darüber hinaus besitzt Portulak antibakterielle, antimykotische und antivirale Eigenschaften gegen häufige Pilze wie Candida albicans (3), Viren wie das Herpes simplex Virus (4) und Bakterien wie Escherichia coli und Staphylococcus aureus.

Entzündungshemmende Wirkungen

Portulak hemmt den Tumor-Nekrose-Faktor α, der unter anderem für die Produktion von freien Sauerstoffradikalen im Körper verantwortlich ist (5).

Antiulcerogene und leberschützende Aktivität

Außerdem stellt er aufgrund seiner gastroprotektiven Aktivität ein wirksames Therapeutikum bei Magen-Darm-Erkrankungen dar. Er hat auch eine schützende Wirkung auf die Leber, da Studien an Mäusen zeigten, dass erhöhte Leberenzyme durch Portulak-Extrakt signifikant gesenkt werden konnten (6).

Telomer-Schutzfunktion von Portulak

Portulak ist eine Heilpflanze mit einer Vielzahl von gesunden Eigenschaften. Darüber hinaus haben Studien an Mäusen gezeigt, dass es die Fähigkeit hat, die Telomerlänge zu schützen (7). Das Telomer ist ein Bereich an jedem Ende eines Chromosoms, der das Ende dieses Chromosoms vor dem Verfall schützt.

Es gibt Hinweise darauf, dass eine durch oxidativen Stress vermittelte Schädigung unserer DNA (das Molekül, das unseren genetischen Code kodiert) eine wichtige Determinante der Telomerverkürzung ist (8). Die Telomerverkürzung wird mit Alterung, Sterblichkeit und altersbedingten Krankheiten in Verbindung gebracht (9).

Fazit

Unter Berücksichtigung der Telomer-Schutzfunktion von Portulak und seiner hohen nährstofflichen und antioxidativen Eigenschaften kann Portulak als das neue „Power Food“ bezeichnet werden.

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Uddin MK, Juraimi AS, Hossain MS, Nahar MA, Ali ME, Rahman MM. Purslane weed (Portulaca oleracea): a prospective plant source of nutrition, omega-3 fatty acid, and antioxidant attributes. Scientific World Journal. 2014 Feb 10;2014:951019.
  2. Wainstein J, Landau Z, Bar Dayan Y, Jakubowicz D, Grothe T, Perrinjaquet-Moccetti T, Boaz M. Purslane Extract and Glucose Homeostasis in Adults with Type 2 Diabetes: A Double-Blind, Placebo-Controlled Clinical Trial of Efficacy and Safety. J Med Food. 2016 Feb;19(2):133-40.
  3. Oh K.-B., Chang I.-M., Hwang K.-J., Mar W. Detection of antifungal activity in Portulaca oleracea by a single-cell bioassay system. Phytotherapy Research. 2000;14(5):329–332.
  4. Dong C.-X., Hayashi K., Lee J.-B., Hayashi T. Characterization of structures and antiviral effects of polysaccharides from Portulaca oleracea L. Chemical & Pharmaceutical Bulletin (Tokyo) 2010;58(4):507–510.
  5. Zhou YX, Xin HL, Rahman K, Wang SJ, Peng C, Zhang H. Portulaca oleracea L.: a review of phytochemistry and pharmacological effects. Biomed Res Int. 2015;2015:925631. doi: 10.1155/2015/925631. Epub 2015 Jan 26.
  6. Elkhayat E. S., Ibrahim S. R. M., Aziz M. A. Portulene, a new diterpene from Portulaca oleracea L. Journal of Asian Natural Products Research. 2008;10(11-12):1039–1043.
  7. Hongxing Z, Nancai Y, Guofu H, Jianbo S, Yanxia W, Hanju H, Qian L, Wei M, Yandong Y, Hao H.
  8. Neuroprotective effects of purslane herb aquenous extracts against D-galactose induced neurotoxicity. Chem Biol Interact. 2007 Dec 15;170(3):145-52.
  9. Richter T, von Zglinicki T. A continuous correlation between oxidative stress and telomere shortening in fibroblasts. Experimental Gerontology 2007 Nov. 42 (11): 1039–42.
  10. López-Otín, C, Blasco, MA., Partridge, L, Serrano, M, Kroemer, G. The hallmarks of aging. Cell 2013 Jun. 153 (6): 1194–1217.