fbpx

Dermatoskopie von Nävuszellnävi

Mit Hilfe eines Dermatoskop, einem sogenannten Auflichtmikroskop, können Hautveränderungen vergrößert und genauer betrachtet werden. Dies erfolgt meist bei 10-facher Vergrößerung des Hautbefundes. In der Dermatoskopie können nicht nur Nävuszellnävi, sondern auch verschiedene andere Hautbefunde beurteilt und diagnostiziert werden. 

Was sind Nävuszellnävi?

Nävuszellnävi sind gutartige, melanozytäre Hauttumore. Die Anzahl an Muttermalen nimmt bis zum 3. Lebensjahrzehnt stetig zu, wobei genetische Prädispositionen und UV-Expositionen eine große Rolle spielen. Erworbene Nävi sind gut umschrieben, rund bis oval, mit regulärem Durchmesser von 2-5mm. Je nach Lage wird zwischen drei Typen unterschieden.

Der Junktionsnävus befindet sich epidermal und weist meist eine einfarbige mittel- bis dunkelbraune Färbung auf. Der Compund-Nävus befindet sich epidermodermal und ist heller pigmentiert als der junktionale Nävus. Und zu guter Letzt der dermale Nävus, der sich ausschließlich dermal befindet, meist erhaben ist und eine hellere Färbung als der Compund Nävus aufweist.

Diagnose der Nävuszellnävi

Für die Diagnose und Beurteilung von Hauttumor und Nävi kommt die Dermatoskopie zum Einsatz. Zu den Hauttumoren zählen benigne und maligne Neoplasien, die sich durch ein autonomes Wachstum auszeichnen. Nävi dagegen sind durch eine Fehlbildung mit abnormaler Gewebezusammensetzung gekennzeichnet und vergrößern sich entsprechend des Körperwachstums.

Die sichere Einschätzung der Hautveränderung ist entscheidend, um maligne Hauttumore rechtzeitig erkennen zu können. Am gefährlichsten ist das malige Melanom auch als schwarzer Hautkrebs bekannt, wohingegen Tumore die als weißer Hautkrebs bezeichnet werden, deutlich häufiger sind.

Beurteilung mittels Dermatoskop

Die Beurteilung eines Nävuszellnävus erfolgt bei der Inspektion mit einem Dermatoskop anhand der ABCDE Regel. Der Verdacht auf eine maligne Hautveränderung sollte aufkommen bei A= asymmetrischen Veränderungen, B= Begrenzung ist unregelmäßig, C= Colorit ist unregelmäßig, D= Durchmesser über 5mm und E= Elevation/ Erhabenheit über das Hautniveau.

Diese atypischen Veränderungen sind bei dysplastischen Nävi zu beobachten, die Marker für die Entwicklung eins malignen Melanoms darstellen. Diese Nävi haben typischerweise einen Durchmesser von 5-15mm, sind unscharf begrenzt und unterschiedlich pigmentiert. Ihre Lokalisation ist meist am Stamm.

Therapie

Patienten mit vielen Nävi sollten einer jährlichen Kontrolle unterzogen werden und bei Hinweisen auf atypische Veränderungen sollten diese Nävi immer exzidiert und histologisch untersucht werden.

Literaturverzeichnis

Literaturverzeichnis

  1. Thieme Kurzlehrbuch Dermatologie, 2. Auflage, Wolfram Sterry, 2011